13041271_506063826244384_195011312087323235_o.jpg

Ausstellung: Sebastian - Glaubenszeuge, Märtyrer und Pestpatron

05.01.2013 Als 1713 die Pest in Regensburg ausbrach und sich zu einer Epidemie entwickelte, waren die Menschen in großer Verzweiflung. Im Heiligen Sebastian fanden sie Trost, riefen ihn um Hilfe an und legten Gelübde ab.

Viele interessierte Gäste kamen zur Ausstellungseröffnung, die von Josef Wendl fotografisch dokumentiert wurde.
2_5_800-600_50fd62729955f.jpg

So entstanden in Hochdorf und Kallmünz „Pestkirchen“. Eine kleine Ausstellung soll deshalb einige Aspekte zum Heiligen Sebastian und der damaligen Pestzeit aufzeigen. Am 5. Januar wurde sie um 16 Uhr im Raum der FFW im Hochdorfer „Haus der Vereine“ im Beisein von Bürgermeister Josef Mandl und dem Ortsarchivar Götz-Rupert Block eröffnet.

Pfarrvikar Franz Xaver Heibl erläuterte das Konzept der Ausstellung und gab eine Führung durch die Ausstellung. Die Fotos aus der Pfarreiengemeinschaft zur Ausstellung hat Herr Helmut Krönauer gemacht. Karl Schott stellte auf Anregung von Pfarrgemeinderatssprecher Josef Wendl seine Aufzeichnungen zu den jährlichen Wallfahrten aufgrund des Pestgelübdes zur Verfügung. Die Gruppe „Variatio“ unter der Leitung von Frau Hildegard Liebl sorgte für eine kleine Bewirtung und Gesang. Bis 20. Januar kann die Ausstellung vor und nach den Gottesdienstzeiten in Hochdorf besucht werden. Am 23. Januar besucht der Seniorenclub von Duggendorf die Ausstellung. Bis zum Aschermittwoch (13. Februar) kann sie zu Bürostunden und nach den Gottesdiensten im Pfarrhof in Kallmünz besucht werden.

Pest und Hochdorf
Die Filiale Hochdorf gehörte schon immer zur Pfarrei Duggendorf, war aber bis zur Gebietsreform 1978 eine selbständige Gemeinde. 1713 war ein tragisches Jahr, da durch die Pest fast die gesamte Bevölkerung des Ortes bis auf 9 Menschen hinweggerafft wurde. Als Dank für die Errettung aus höchster Not errichtete die Familie Teuffel von und zu Pirckhensee zu Ehren des Hl. Sebastian die heutige Filialkirche 1714, die 1952 um das Doppelte verlängert wurde.

Auf dem Gedenkstein ist dazu zu lesen: „Ao 1714 ist diese Kirch von uns fundiert und gebaudt worden, wegen Abwendung der pest so ¾ Jahr gedauret, und hochdorff gesperet gewesen, Viele gestorben.“ Zum Gedenken der Pest wurden am heutigen Sportplatz über einem Massengrab eine Pestsäule und bei einem anderen Pestgrab am damaligen Dorfeingang ein (Schauer)kreuz errichtet. Es wurde ein Pestgelübde abgelegt, dass jeweils dreimal drei Hochdorfer zu den umliegenden Dreifaltigkeitswallfahrten (Eichlberg, Miesberg/ Schwarzenfeld, Schmidmühlen) wallfahren sollten, was auch heute noch so gehalten wird. Im Deckengemälde von Prof. Leber (1994) werden die Pestzeit und das Wallfahren, verbunden mit pestartigen Nöten der menschlichen Existenz, eindrucksvoll dargestellt. Es verbindet den Erlösungsgedanken des Menschen durch das Kreuz Christi mit dem menschlichen Leid. Ein neurenoviertes Sebastiansreliquiar wird zum Segnen am Sebastiansfest verwendet.

Hier finden Sie eine Galerie der Ausstellung.

Kategorien: Rathaus